Interview mit André Beutler, Trainer TuS 1896 Sachsenhausen
TuS 1896 Sachsenhau- sen ist das zweitstärkste Team im Kreis Ober- havel. In der Branden- burgliga belegte die Mannschaft in der vorigen Saison den 3. Platz. Mit Trainer André Beutler (40) sprach Stefan Blumberg.
MAZ: Sie haben das erste Mal allein die Vorbereitung der ersten Mannschaft geleitet, kennen die Prozedur aber schon von der zweiten Mannschaft. Gibt es da Unterschiede?
André Beutler: Keine großen. Es geht alles zielstrebiger und härter zu, denn Kreisliga und Brandenburgliga sind schon was anderes. Brandenburgligaspieler sollten etwas belastbarer sein, sind auch technisch besser geschult. Wichtig ist, dass das Training Spaß macht. Ich baue immer wieder neue Elemente ein. So wird es nicht langweilig.
Das Gesicht der Mannschaft hat sich durch einige Abgänge und einige Zugänge verändert. Ist das spürbar?
Beutler: Etwas vielleicht. Die neuen Spieler sind charakterlich in Ordnung, sie ziehen mit, nehmen an, was man ihnen sagt. Sie konzentrieren sich alle auf das Training, es ist recht ruhig auf dem Platz. Besonders die jungen Spieler orientieren sich an den erfahrenen Leuten wie Marcel Hellmich oder Kapitän Martin Pilz. Die Spieler wissen: Wer aus der Reihe tanzt, hat hier nichts verloren. Das habe ich ihnen beim Auftakttraining unmissverständlich gesagt. Der Vorstand gibt mir volle Rückendeckung.
Es sind auf dem Papier neun neue Spieler im Aufgebot. Sind das Ergänzungen oder Verstärkungen?
Beutler: Das ist eine schwierige Frage. Ich denke, das einige den Sprung in die Startelf schaffen können. Namen nene ich nicht.
Wie viele Spieler gehören zum Kader?
Beutler: 20.
Ist das eine Zahl, die für Sie in Ordnung ist?
Beutler: Sicher. Beim Training fehlen immer mal welche. Aber es sind ja bis jetzt auch noch nicht alle Akteure spielberechtigt. Da gibt es noch Gespräche mit den früheren Vereinen. Lediglich Christian Voss, Enrico Haupt und Sebastian Hein dürfen bislang in offiziellen Spielen mitwirken. Und die Spieler, die es nicht schaffen, Woche für Woche in der Ersten zu spielen, müssen eben in der zweiten Mannschaft auflaufen.
Offiziell neu im Team sind mit Benjamin Gliem und Christopher Groll auch zwei Spieler aus der zweiten Mannschaft. Ist das für beide ein Schnupperkurs oder kann daraus mehr werden?
Beutler: Sie bleiben dabei. Ich kenne sie ja schon länger. Und ich weiß, sie haben das Zeug, in der Ersten zu bestehen. Wie sie sich entwickelt haben – davor ziehe ich den Hut.
Der Stammtorwart der vorigen Saison, Nick Schrobback, war fünf Wochen in den USA und konnte nicht trainieren. Wer hütet am 1. Spieltag gegen Guben?
Beutler: Das weiß ich noch nicht. Sebastian Hein hat sich durch die ganze Vorbereitung gequält und ist ein guter Torwart. Ich werde mir noch ein paar Meinungen einholen, um dann zu entscheiden, wer im Tor steht.
Sind die bisherigen Ergebnisse in der Vorbereitung in okay?
Beutler: Im Prinzip schon, aber sie sind zweitrangig. Mir ist viel wichtiger, wie sich die Spieler auf dem Platz geben, wie sie laufen, wie sie kämpfen.
Und wie sind Sie mit der fußballerischen Qualität der Testspiele zufrieden?
Beutler: Es gab da Unterschiede. Gegen Eintracht Mahlsdorf war es eher durchwachsen, jetzt am Mittwoch gegen Frohnau sah es sehr gut aus, obwohl Spieler wie Roller, Lorenz oder Weiss noch fehlten.
Die Messlatte liegt mit dem 3. Platz im Vorjahr sehr hoch. Wo soll es in der kommenden Saison hingehen?
Beutler: Wir wollen wieder im ersten Drittel der Tabelle landen. Vorgaben vom Verein gibt es keine. Ob wir wieder so weit oben stehen werden, ist schwer vorherzusagen. Wichtig ist, dass wir uns von Anfang an Luft verschaffen zu den Abstiegsplätzen. Ich habe keinen Bammel davor, nicht die Ergebnisse des Vorjahres zu erreichen. Wir werden nicht jedes Spiel gewinnen. Ich lege Wert darauf, dass wir zu Hause wieder eine Macht werden. Da haben wir im Vorjahr 17 Punkte liegen lassen.
Wäre die Oberliga ein Thema?
Beutler: Warum nicht? Aber es gibt genügend andere Mannschaften, mit denen zu rechnen ist.
Wen haben Sie auf dem Zettel?
Beutler: Neuruppin, Strausberg, Laubsdorf und Waltersdorf. Waltersdorf hat gute Leute geholt, darunter Patrick Moritz, den früheren Kapitän vom SV Babelsberg 03.
Der Trainerstuhl bei TuS ist heiß. Haben Sie Angst davor, sich zu verbrennen?
Beutler: Nein. Dass man nicht ewig irgendwo sein kann ist klar. Ich erwarte lediglich einen ehrlichen Umgang.
Was ist Ihr Wunsch für das neue Spieljahr?
Beutler: Dass die Spieler gesund bleiben und wir eine gute Saison spielen.
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