Christian Herdlitschke kann nicht mehr spielen

Christian Herdlitschke kann nicht mehr spielen

Gesundheitlich ist Christian Herdlitschke nach seiner Knie-Operation längst auf dem Weg der Genesung. Seelische Narben werden jedoch bleiben. Der 25-Jährige vom TuS 1896 Sachsenhausen kann nicht mehr Fußball spielen.

"Es wird sich zeigen, wie ich mit dieser Sache umgehen kann", macht der Oranienburger keinen Hehl daraus, dass er sich eine Zukunft ohne Fußball bislang nicht vorstellen kann.

Doch sein Körper will nicht mehr. "Vor genau einem Jahr wurde ich am rechten Kreuzband operiert", erinnert sich Herdlitschke. Er kämpfte sich über die Reserve wieder heran und kam im Verlaufe der aktuellen Saison zu sieben Einsätzen in der Landesliga-Mannschaft. Im ersten Vorbereitungsspiel beim BSC Blankenfelde passierte es dann. "Auf dem Kunstrasen habe ich mir das Knie verdreht. Es hat sofort geknackt."

Am vergangenen Donnerstag lag Herdlitschke in Berlin-Pankow bei einem Spezialisten auf dem Operationstisch. Die Arthroskopie ergab einen langen Meniskusriss und einen Kreuzbandschaden am bereits operierten rechten Knie. Der Eingriff verlief ohne Komplikationen. Das Knie wird der 25-Jährige wieder voll belasten können. Bloß zum Fußball reicht es nicht mehr. "Der Arzt sagte, es sei zu doll kaputt. Ich soll lieber Sportarten machen, die nicht auf das Knie gehen", lautete die niederschmetternde Diagnose.

Doch auch ohne den Rat des Mediziners hätte "Herti" die Schuhe an den Nagel gehangen. "Das bin ich meinem Arbeitgeber schuldig. Ich kann wegen dem Sport nicht immer so lange außer Gefecht sein." Dabei hatte sein Chef für das Hobby jederzeit Verständnis. "Für den Jungen tut es mir unglaublich leid", zeigt Werner Mundt, als Vorstandsmitglied selbst bekennender Fan des TuS 1896 Sachsenhausen, Mitgefühl. Wahrscheinlich kann er schon in der kommenden Woche wieder auf seinen Angestellten bauen. Fünf Tage nach der Operation konnte Herdlitschke gestern schon wieder "relativ gut laufen".

Herdlitschke war erst im B-Junioren-Alter zum Fußball gekommen. "Vorher habe ich Handball beim OHC gespielt." 1999 wechselte er von der damaligen SG Eintracht Oranienburg zum Ortsnachbarn. "Da habe ich mit Staffelsiegen in der Landesklasse und dem Abstieg aus der Landesliga alle Höhen und Tiefen mitgemacht." Die schönste Zeit war aus seiner Sicht der zweite Landesliga-Aufstieg 2005 unter Trainer Tino Hennig. "Da hatten wir eine tolle Abwehr, in der ich spielen durfte."

Nun steht Christian Herdlitschke vor der "komischen Situation", nicht mehr trainieren und spielen zu können. Von der Bildfläche verschwinden wird der Familienvater dennoch nicht. "Ich werde mich weiterhin auf den Plätzen rumtreiben."

Von Stefan Zwahr

Klicken Sie hier um mehr Bilder zu sehen. Image Thumb

TuS News

 
 
 
 
 
 

Liste der Einträge

 
Website by www.golzart.de