Bekennender Schön-Wetter-Fan

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Rainer Scherwinski und die Union-Liebe

SACHSENHAUSEN| „Wir sind aus der S-Bahn raus und durch eine Gasse von Trans-portpolizisten gelaufen. Dann gab es gleich etwas mit dem Gummiknüppel. Völlig grundlos.“ Das ist eine der ersten Erinnerungen von Rainer Scherwinski, Chef der gleichnamigen Druckerei in Oranienburg, an seine Besuche von Fußballspielen beim Kultverein 1.FC Union Berlin.

Mit zwölf Jahren war er das erste Mal da, mit einigen Älteren aus Oranienburg. Das war der Beginn einer langen Leidenschaft für die „Eisernern“, die bis heute anhält, wenn auch etwas verändert. Als Schüler der Comeniusschule Oranienburg hat er an den Spieltagen – in der Regel Sonnabend um 15 Uhr – morgens seine Union-Utensilien ins Schließfach am Bahnhof gepackt („In der Schule durften wir keine Union-Symbole tragen.“) und sie nach Schulschluss gegen die Mappe getauscht, um schnell ins Stadion zu fahren. Jahrelang stand er bei den Heimspielen in der Alten Försterei, der Union-Spielstätte, und fieberte mit. Und auch bei ganz vielen Auswärtsspielen sind wir dabei gewesen, durch die ganze DDR gereist.“

Die Unioner galten in der DDR alles andere als linientreu, skandierten staatsfeindliche Lieder, hatten eine Fanfreundschaft zum Westclub Hertha BSC. Wohl deshalb auch die Gummiknüppel. Und weil sie soviel Gegenwind spürten, waren sie eine eingeschworene Truppe. „Das hat zusammenschweißt.“ Der Union-Titel „Und niemals vergessen ...“ gehe auch auf die DDR-Vergangenheit zurück.

Seinen Union-Höhepunkt erlebte Rainer Scherwinski 2001. In dem Jahr stieg Union in die 2. Bundesliga auf, stand im Pokal-Endspiel und anschließend im Europacup. „Ich flog mit nach Finnland zum Erstrundenspiel. Das war einmalig“, schwärmt er immer noch. Die Berliner kamen sogar eine Runde weiter.

Mittlerweile nennt sich Rainer Scherwinski „bekennender Schönwetterfan“. Er habe Hochachtung vor denen, die heute noch Woche für Woche zu den Spielen gehen. Er sieht sich nur noch ab und zu Partien des Vereins an. Das nächste Mal auf jeden Fall am 11. Mai, wenn seine Unioner ab 18Uhr ein Freundschaftsspiel bei TuS 1896 Sachsenhausen bestreiten. Das passt doppelt gut, denn er sponsert den TuS 1896 auch. Sb(Bild MAZ)

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