Der neue Mann auf der Trainerbank wurde gestern Abend der Mannschaft offiziell vorgestellt. Stefan Blumberg sprach mit dem 56-Jährigen über sein Engagement.
MAZ: Sind Sie wie die Jungfrau zum Kinde an diesen Job gekommen?
Rüdiger Lange: Nicht unbedingt. Ich hatte mich ja im Sommer auch um die Position des Trainers beworben und mich dann im Bereich Marketing engagiert. Insofern sind mir Umfeld und Mannschaft nicht neu.
Sie haben also auch einige Spiele gesehen?
Lange: Das ist richtig. Ich drängelte mich nicht auf, muss aber sagen, dass sich etwas tun musste. Die Qualität der Mannschaft ist von September bis jetzt schlechter geworden. Ich weiß, woran es liegt, dass es zuletzt nicht mehr lief.
Und, woran?
Lange: Ganz klar an der mangelnden mannschaftlichen Geschlossenheit. Die Achtung untereinander fehlt derzeit, das Füreinanderkämpfen. Es ist eine relativ junge Mannschaft, aus der viel herauszuholen ist. Sie muss wieder gierig werden auf den Fußball. Das ist sie im Moment nicht.
Gier kann man aber kaum trainieren.
Lange: Aber wenn es in der Mannschaft wieder stimmt, wenn der Erfolg da ist, kommt auch die Freude zurück. Das ist mein erstes Ziel, diese Freude zu vermitteln. Und wer da nicht mitgehen will, kann auch gern in die zweite Mannschaft wechseln. Ich möchte Spieler haben, die wollen.
Welche Spielphilosophie bevorzugen Sie?
Lange: Ein schnelles Umkehrspiel. Direkt soll gespielt werden und flott, mit Doppelpässen. Die Mannschaft hat es ja mitunter versucht. Ich denke da an die Begegnung in Seelow, wo mal zügig über die Flügel gespielt wurde und Paul Roller aus der Situation heraus ein schönes Tor erzielte.
Sie wohnen in Potsdam – wie kommt man da zum Fußball nach Sachsenhausen?
Lange: Ich kenne Oranienburg ja schon seit Jahren, hatte aber den Fußball in Sachsenhausen nie so richtig wahrgenommen. Ich las in der Berliner Fußballwoche von TuS. Als ich mal in der Nähe war, guckte ich mir das Sportgelände an und war sehr überrascht von dem tollen Stadion. Und mit TuS-Fußball-Chef Fred Lange war ich sofort ein Kick und ein Ei. Ich glaube, dass ich nie bei einem Verbandsligisten nachgefragt hätte, um dort etwas zu machen. In Sachsenhausen war das aber anders.
Sie sind in all den Jahren viel herumgekommen – aber nicht nur im Fußball?
Lange: Ich war Ringer und Fußballer. An der Ringer-Sportschule in Luckenwalde trainierte ich viele Jahre und bin später zum Fußball gewechselt. Nach der Wende war ich unter anderem Trainer bei der Spielvereinigung Aurich und habe dort den späteren Profi Steffen Baumgart als 19-Jährigen mit hingebracht. Einige Vereine habe ich vor der Insolvenz gerettet, unter anderen Lok Stendal.
Was müssen die Sachsenhausener erwarten, wenn sie mit Ihnen zusammenarbeiten?
Lange: Ich bin ein Typ, der Probleme riecht, und ich will sie ausdiskutieren.
Sie haben mitbekommen, dass der Trainerstuhl bei TuS heiß ist. Haben Sie keine Angst, dass Sie sich den Hintern verbrennen?
Lange: Nein, warum sollte ich? Wir sind auf einer Wellenlänge. Es muss ja nicht immer die gleiche Meinung sein. Dann wird eben diskutiert.
Was haben Sie der Mannschaft als Erstes gesagt?
Lange: Guten Tag!
MAZ
Am Samstag,21.01.2012,wird das Brandenburgliga Team aus Sachsenhausen als Titelverteidiger beim EGON-...
Der Brandenburgligist aus Sachsenhausen konnte die 14. Auflage des Oberhavel Masters 2012 für sich entscheiden. In einer starken Gruppe mit dem FC 98 den Gastgeber OFC Eintracht und Forst Borgsdorf bestritt man die Duelle um die Plätze fürs...